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Zeit – Zeiträume – Pausengestaltung


Background


In Schulen spielt Zeit eine große Rolle. Schulstunden haben einen festgelegten Zeitrahmen und sind darüber hinaus in einem Stundenplan für den ganzen Wochentag bzw. für das Schuljahr verankert. Auch Pausenzeiten werden mit einer bestimmten Zeitdauer veranschlagt. In den Unterrichtsstunden wird ein jeweils unterschiedliches Lerntempo vorgegeben. Neuere Konzepte der Schulorganisation sehen auch in Österreich ganztägige Schulformen vor, die eine neue Art der Zeiteinteilung und des Zeitverständnisses mit sich bringen (vgl. z.B. Roth 2011). In höheren Schulen sind schon seit langem wöchentliche Unterrichtszeiten von bis zu 40 Stunden üblich, was Herausforderungen in der zeitlichen Organisation für alle Beteiligten bedeuten kann.

In verschiedenen Forschungsbereichen wie den Neurowissenschaften, der Lernpsychologie, der Schlafforschung oder der Gesundheitsförderungsforschung werden gesundheitliche, aber auch leistungsbezogene Aspekte im Zusammenhang mit schulischer Zeiteinteilung und -strukturierung untersucht. Ein Beispiel dafür sind optimale Beginnzeiten des Unterrichts nach Alter der Schüler/innen, die Rhythmisierung von Unterrichts- und Erholungsphasen oder eine Pausengestaltung, die den Bedürfnissen der Schüler/innen und auch Lehrer/innen entgegenkommt und zu mehr Erholung, Wohlbefinden wie auch Leistungsfähigkeit beiträgt.

Roth, Gerhard (2011): Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt. Stuttgart: Klett-Cotta

Theoretical Framework


Zeit kann sozialwissenschaftlich als komplexes und multi-dimensionales Phänomen gesehen werden: Beispielsweise können Zeitrahmen, Zeiteinteilung bzw. soziale Organisation von Zeit, menschliches Erleben von Zeit (z.B. im Sinne vom Heranwachsen und Älterwerden), Geschwindigkeit, Zeitdauer oder Sequentialität (d.h. Zeitabläufe) als unterschiedliche Phänomene behandelt und untersucht werden (vgl. Adam 2008).

Adam, Barbara (2008): The Timescapes Challenge: Engagement with the Invisible Temporal. In: Edwards, Rosalind (ed.): Researching Lives Through Time: Time, Generation and Life Stories. Timescapes Working Paper Series No. 1, Leeds: University of Leeds.

Objectives


Da in Österreich keine systematische Zusammenstellung von Wissen zu diesem Thema gibt, soll dieses Arbeitspaket bereits vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themenbereichen „Zeit“, „Zeiträume“ und „Pausengestaltung“ an Schulen zusammentragen und neue, österreichspezifische Daten sammeln, analysieren und präsentieren.

Methodologies


  1. Literaturrecherche und -analyse zu den Themen „Zeit“, „Zeiträume“ und der „Pausengestaltung“ an Schulen;
  2. Aufarbeitung der rechtlichen Situation zum Thema– welche Vorgaben gibt es in den relevanten österreichischen Gesetzen, welchen Interpretationsspielraum gibt es, was ist Schulen erlaubt, was nicht erlaubt , etc.
  3. Analyse der Daten aus der österreichweiten quantitativen Schulleiter/innenbefragung 2014 bezüglich relevanter Inhalte
  4. Planung, Durchführung und Themenanalyse von leitfadengestützen, qualitativen Interviews mit Expert/inn/en aus verschiedenen Forschungs-/Praxisbereichen (n=5)
  5. Identifikation von „Promising Practice“-Schulen und „Normal Practice“-Schulen und Planung, Durchführung und Themenanalyse von leitfadengestützten, qualitativen Interviews mit den Schulleiter/inne/n (n≥10)
  6. Berichterstellung inkl. Formulierung von Handlungsempfehlungen für die Praxis

Ethical Issues


Im Einklang mit dem Österr. Datenschutzgesetz

Status / Timeline


Der Forschungsbericht soll Anfang 2015 fertiggestellt werden.

Results


TBD

Planned Products / Publications


LBIHPR- Forschungsbericht

Project Team / Cooperation Partners


Project Team: Rosemarie Felder-Puig, Edith Flaschberger (Projektleitung), Simone Grandy, Lisa Gugglberger, Felix Hofmann, Susanne Vogl

Cooperation Partners: Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF)